Nesser, Håkan – „Kim Novak badete nie im See von Genezareth“

Eigentlich wollte ich heute keine richtige Rezension schreiben. Ich wollte – angeregt durch eine Radiobeitrag – nur etwas über ein Buch schreiben, dass ich einmal gelesen hatte. Aber irgendwie ließ mich das Buch nicht so richtig los… und ich musste mir noch einmal das Hörbuch zu Gemüte führen, um heute hierüber schreiben zu können.

                         

Nach einiger Recherchearbeit für diesen Post, fand ich eine Antwort, die ich nie vermutet hätte. Vielleicht weil sie zu naheliegend war? Aber sie überrascht und das ist es immer wert.

Doch erst einmal zurück zum Buch und was ihr davon erwarten könnt:
„Kim Novak badete nie im See von Genezareth“ von Håkan Nesser*.

****Zum Inhalt*****

Der Roman spielt in Schweden im Sommer 1962, wo der 14-jährige Erik mit seinem Bruder Henry und seinem entfernten Freund Edmund den Sommer über im Ferienhaus am See Genezareth verbringt. Das Leben von Erik spielt sich zwischen Schule und Freizeit ab, in der u.a. seine schwer an Krebs erkrankte Mutter im Krankenhaus besucht und mehr recht als schlecht von seinem Vater betreut wird, der im Gefängnis als Schließer arbeitet. Doch der Sommer 1962 wird anders. Das liegt u.a. an der Ersatzlehrerin Ewa, die sich aufgrund ihrer Ähnlichkeit den Namen des Hollywoodidols „Kim Novak“ verdient. Doch auch der Tod ihres Verlobten sorgt für Schlagzeilen, die auch Erik’s Bruder Henry betreffen. 25 Jahre später sorgt ein Zeitungsartikel dafür, dass Erik sich genau an diesem Sommer und seine Vorkommnisse erinnert. Doch wer hat damals den Verlobten von Kim Novak ermordet? Für die Mischung aus Jugendbuch und Krimi gibt es immerhin noch  volle –> 3 Punkte.

*****Das Cover*****

Das Cover zeigt einen Waldabschnitt, der an einem See liegt. Der See ist im Hintergrund zu erahnen. Doch viel gibt die Szene nicht her; die Umgebung wirkt düster, wie es im Unterholz nun einmal ist. Doch gerade durch die Darstellung des Wesentlichen, scheint das Nichts viel mehr über das Buch zu sagen, als ein überladendes Cover mit vielen Akteuren. Für das Cover gibt es trotzdem nur –> gute 2 Punkte.

*****Das Lesevergnügen*****

Das erste Mal muss ich die Frage stellen: war es ein Vergnügen oder eine Qual? Nun… das Buch selber hat die Antwort darauf. Das Erwachsenwerden ist nicht immer einfach. Manches erscheint aus den Augen eines Heranwachsenden wie eine Qual. Und darin liegt auch wieder die Stärke des Romans. So nah an den Gefühlen und der Welt der Jugendlichen, so in das „Schreckliche“ verwunden… man liebt das Buch oder nicht. Meine Begeisterung reicht hierbei für  –> 3 Punkte!

*****Stil/Sprache*****

Wer die Bücher von Nesser kennt, der wird sich leicht in den vorliegenden Roman wieder hineinfinden. Klar und schnörkellos schildert er den Alltag des Jungen Erik. Ohne große Aufregung, eintönig wie das Leben als junger Heranwachsender sein kann. Und genau hier liegt die Stärke des Romans: man ist im Geschehen und gleichzeitig außen vor. Es fühlt sich so weit weg an … das mag auch am Alter liegen, aber doch hat man das Gefühl zu verstehen, wie es Erik und Edmund in denen Tagen geht. Für die klare Nüchternheit gibt es von mir  –> 4 Punkte.

*****Mein Fazit*****

Es ist ein Jugendbuch und auch ein Krimi. Als es damals rauskam, habe ich es gelesen, da ich alles von Hakan Nesser lesen wollte. Heute hat ein Beitrag über die Hollywoodikone Kim Novak gereicht, um mich wieder an das Buch zu erinnern und es erneut lesen bzw. hören zu wollen. Wobei ich gestehen muss: die Sprache und die Art des Buches machen es als Hörbuch etwas anstrengend. Selber zu lesen ist da wirklich einfacher.

Insgesamt bekommt das Buch von mir  sehr gute –> 12 Punkte.

Wie von vorab geschrieben: das Buch hat mich in seiner ganz eigenen Art gefangen. Ich war mir lange nicht bewusst, dass es meinem Lieblingsbuch „Dem Fänger im Roggen“ sehr ähnelt. Daher war diese Rezension wertvoll und hilfreich, denn in der Recherche habe ich diesen Artikel bei der FAZ gefunden, der auf die Ähnlichkeit hinweist, jedoch auch die Unterschiede beider Autoren + Werke beleuchtet:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/wer-suehnt-kanonen-berra-1148826.html

*****Infos/Links*****

Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten, 11,8 x 18,7 cm – ISBN: 978-3-442-72481-9 – € 9,99
Verlag: btb Erschienen:  01.11.2004

Leseprobe über den Verlag

Website des Autor/Biografie

Ausschnitt zur DVD:


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Über Nelle

Ich liebe Bücher. Schon bevor ich in die Schule gekommen bin, hat mich die Welt der Bücher gefangen genommen. Und seitdem hat sich nichts verändert. Jedes Buch, dass mir in die Hände fällt, wird gelesen. Na gut... nicht wirklich jedes. Aber fast jedes.
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