Barreau, Nicolas: „Das Café der kleinen Wunder“

Heute habe ich ein ganz besonderes Buch für Euch. Es geht um die Stadt der Liebe und die der Vergänglichkeit, da es auch um eine Reise in die Vergangenheit geht.

Ich habe es ausgewählt, da ich in letzter Zeit Geschichten rund um Bücher/Buchhandlungen liebe. Und als ich dann etwas von einer „roten Handtasche“ las, war es um mich geschehen. Das Buch musste ich ausleihen. Damit ihr das nachempfinden könnte, heute meine Rezension zu „Das Café der kleinen Wunder“ von Nicolas Barreau*.

 

*****Zum Inhalt*****

 

Die Hauptperson ist Eleonore (genannt Nelly) Delacourt, eine junge Masterstudentin, die Virilio und seiner Wissenschaft von der Dromologie verfallen ist. Aber auch Daniel Beauchamps, ihr Philosophieprofessor, für den sie seit elf Monaten, drei Wochen und fünf Tagen arbeitete, ist Teil ihrer großen Leidenschaft. Sie himmelt ihn heimlich an, erstellt Listen mit Gemeinsamkeiten. Aber im Grunde fehlt ihr der Mut ihm ihre Gefühle zu gestehen. Doch einen Brief, den kann sie schreiben. Doch was dann mit dem Brief bzw. dem Professor und Nelly’s Liebe passiert, das lest ihr besser selber. Denn es kommt noch so viel mehr hinzu: Bücher ihrer verstorbenen Großmutter und der alte Ring ihrer Großmutter. Eins der Bücher führt Nelly nach Venedig. Ich will heute nicht Zuviel vorab erzählen. Taucht einfach selber ein, in eine liebevoll erzählte Geschichte, die neben der großen Liebe im Heute und Gestern, dem 7. Himmel und Ballonfahrten, auch mit einem Venedig im Winter verführt. Dafür gibt volle 5 Punkte von mir.

*****Das Cover*****

Das Cover hat mich nicht zuerst angesprochen… na ja… die Zerbrechlichkeit, mit der die junge Frau auf dem Cover ins Leben schaut, die konnte ich wahrnehmen. Jedoch sonst habe ich das Cover schlichtweg ignoriert und der Klappentext war der ausschlaggebende Grund für meine Auswahl. Jedoch passt – beim weiteren Lesen – das Bild der  jungen Frau sehr gut zur Hauptperson Nelly. Im Großen und Ganzen gibt das Cover leider zu wenig Ausblick auf den Inhalt der Geschichte und daher gibt es für das Cover –> leider nur 1 Punkt.

*****Das Lesevergnügen*****

Auch hier sind mir – wie bei Mary Kay Andrews „Sommernachtsträume“ – die ersten Seiten schwer gefallen. Zu wenig konnte ich erst mit Nelly und ihrer heimlichen Liebe fühlen. Alles schien schwerfällig, allein ihr Studienfach. Aber als Nelly das Buch ihrer Großmutter findet, war mein Interesse geweckt. Ich entdeckte ihre Leidenschaft für Bücher, die ihr durch ihre Mutter – die Buchhändlerin – in die Wiege gelegt wurde. Durch ihren Vater, einen Bauingenieur, hatte sie die Liebe für Sinatra geerbt und somit teilen wir zwei Leidenschaften. Büche + Sinatra. Nelly hatte mich in ihren Bann gezogen und ich wollte wissen, wie es mit ihr, dem Professor, der Vergangenheit ihrer Großmutter und ihrem Liebesleben weiterging. Und an dieser Stelle sei nur verraten: nachdem Nelly Paris (die Stadt der Liebe) verlässt und sich im Winter nach Venedig aufmacht, war ich dem Buch verfallen und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Zu fesselnd sind die Entdeckungstouren und die Gründe der Reise nach Venedig. Auch der Kauf einer neuen, roten Handtasche, dem Verlust am 2. Reisetag und die aufregende Wiederbeschaffung und ein aufmerksamer, venezianischer Cicisbeo sind ein wahres Lesevergnügen. „Dem Mädchen von der Piazza San Marco. Die mit der roten Handtasche.“ (Zitat) Daher hier volle  –> 5 Punkte!

*****Stil/Sprache*****

Nicolas Barreau schreibt leicht und man kann sich schnell in den Ort bzw. die Situation, die jeweiligen Emotionen hineinversetzen. Sehr detailreich schildert er die jeweiligen Hauptperson(en) und gibt – mit mehr bzw. weniger Details, je nach Wichtigkeit der Person – den notwendigen Rahmen, um sich mit dem Charakter verbunden zu fühlen. Das verdient –>  5 Punkte.

*****Mein Fazit*****

Ich habe selten ein mir“ unbekanntes“ Buch, ohne Empfehlung bzw. Hintergrundwissen zum Werk, so schnell und mit so viel Vergnügen gelesen. Vielleicht mag es an den Gemeinsamkeiten mit Nelly gelegen haben. Aber es ist eine kleine, sanft daher kommende Liebesgeschichte, die ich jedem ans Herz lege, der zum Beispiel sehr wohl diesen Unterschied versteht: „Es gibt eben einen gravierenden Unterschied zwischen einem Trip und einer Reise.“ (Zitat)
Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von Nicolas Barreau lesen, um zu schauen, ob eben diese Feinheiten auch in ihnen vorkommen. Das Buch kommt auf die Jahresbestenliste: es hat insgesamt 16 Punkte.

*****Infos/Links*****

Erschienen am 02.10.2017, 368 Seiten, Piper, ISBN 978-3-492-31053-6, 10,00 Euro, auch als Ebook erhältlich

Leseprobe vom Verlag (auf der Verlagsseite zum Buch direkt zu finden)
Kurze Info (Verlag) zum Autor
Gewinnspiel (Einsendeschluss ist der 31.10.2017) vom Verlag


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Über Nelle

Ich liebe Bücher. Schon bevor ich in die Schule gekommen bin, hat mich die Welt der Bücher gefangen genommen. Und seitdem hat sich nichts verändert. Jedes Buch, dass mir in die Hände fällt, wird gelesen. Na gut... nicht wirklich jedes. Aber fast jedes.
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