Köhler, Doris: „Knigge für Mörder“

Letztes Wochenende war so ein Wochenende… das Wetter nicht richtig so oder so… die Woche vorher (wie die Monate zuvor) war anstrengend… und die, die kommen sollte… sollte auch nicht ohne werden.

Also dachte ich mir: mach‘ doch mal ein Lese-Wochenende. Gesagt… getan.

Doch was sollte meine Aufmerksamkeit ein ganzes Wochenende fesseln? Mein SUB war so gemischt… und da fiel mir (na ja.. eher siedend heiß) ein: Du hast noch ein Rezessionsexemplar*, dass Du noch nicht geschafft hattest. Oh weh… aber mein Job bzw. die ganzen Veränderungen haben mir unter der Woche kaum Luft gelassen. So war Lesen erst einmal Nebensache geworden.

Also schnell den SUB umgegraben und ich hielt die Taschenbuchausgabe des Krimis von Doris Köhler in der Hand: „Knigge für Mörder“**. Ausgewählt hatte ich das Buch, da es in Bremen spielt. Und ich liebe Romane mit Lokalbezug. Und natürlich Krimis. 🙂
Doch dazu später mehr.

Der Kriminalroman ist das zweite Buch um die Nachwuchskommissarin Rena Dangers. Dieses Mal führt sie ein Knigge-Seminar, ihre Tante Hannah und eine verschwundene, junge Frau auf das idyllisch gelegene Schloss Schönebeck (für Ortsunkundige: im Norden von Bremen gelegen). Rena ist undercover unterwegs und neben dem Seminar, dass sie auch besucht, weil sie ihrem Schauspielerfreund Conny gefallen möchte, erlebt sie nicht nur die Höhen und Tiefen der „haute volee“, sondern findet im Keller auch eine Leiche. Das bringt Rena’s Chefin auf den Plan, die von Einmischung der „Alten-WG“ (wie Tante Hannah und ihre Freundinnen bezeichnet werden) und dem plötzlichen Verschwinden der Leiche gar nicht angetan ist.

Das Buch startet aus der Perspektive von Rena’s Tante. Das war im ersten Moment für mich etwas ungewohnt… ich war irgendwie (anhand des Klappentextes) nicht darauf vorbereitet. Aber nach kurzer Zeit hatte sich meine Verwunderung gelegt, Rena trat in Erscheinung und ich war mit ihr auf der Suche nach der verschwundenen, jungen Frau. Die Beschreibung der Rena hat bei mir gleich ein typisches Bild aufkommen lassen. Eine junge, energische Frau, mit beiden Beinen im Berufsleben. Ihr Job und somit die Pflichterfüllung sind ihr wichtig. Doch was ist mit dem Gefühl auch einfach einmal „nur“ eine Frau zu sein. Ich finde Doris Köhler hat ihrer Hauptdarstellerin einen tollen Rahmen bereitet. Man kann sich sofort identifizieren und fiebert mit. Denn das Buch ist spannend und flott geschrieben… man kann es kaum aus der Hand legen, möchte man doch wissen: war da eine Leiche im Keller? Und wenn ja, wo ist sie hin und wer ist der Mörder? Nebenbei erfährt noch allerlei Informationen über die anderen Seminarteilnehmer und wird immer tiefer in das Geschehen verwickelt. Das Schloss bietet dafür natürlich einen schönen Hintergrund. Auch wenn – so der Lokalbezug – ich außer am Anfang nicht viel von Bremen für mich mitnehmen konnte. Aber lassen es eher darauf beruhen, dass ich bis dato das Umland von Bremen noch nicht für mich entdecken konnte. 😉

Zurück im Schloss: die Geschichte wird immer verworrener.. und Rena, ihre Tante bzw. die „Alten-WG“ haben einiges zu erleben, bis sich der Ring um den Kreis der Verdächtigen immer enger schließt.

Alles in allem sehr gut geschrieben; eine leicht zu lesende Kost – sprachlich und inhaltlich gesehen. Es gibt kein Gemetzel, sondern ein vernünftiger Krimi mit Opfer + Täter.

Man kann es einfach in einem fort lesen und erst als ich am 2. Tag am späten Nachmittag die letzte Seite beendet hatte, fiel mir auf: so schnell habe ich schon lange keinen Krimi mehr gelesen. Und das ist bei mir ein großes Lob an einen sehr guten Krimiroman. Ich werde mir jetzt Teil 1 kaufen und freue mich, wenn Rena Dangers noch weitere Fälle lösen darf.

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* Das Taschenbuch wurde mir unentgeltlich von der Autorin zur Verfügung gestellt. Dies hat in keiner Weise Einfluss auf meine Beurteilung.

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Über Nelle

Ich liebe Bücher. Schon bevor ich in die Schule gekommen bin, hat mich die Welt der Bücher gefangen genommen. Und seitdem hat sich nichts verändert. Jedes Buch, dass mir in die Hände fällt, wird gelesen. Na gut... nicht wirklich jedes. Aber fast jedes.
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